[An dieser Stelle denke man sich eine Karte, die ich allerdings herausnehmen musste, weil sie mir technische Scheiße bereitete. Hier kann man die Karte trotzdem einsehen: [
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So Kinder! Da habe ich meinen Nachmittag heute verbracht! Wir sehen im Grunde genommen einen Teil des Münchner Flughafens. Im Kartenausschnitt sehen wir konkret das Gelände des BMW Fahrertrainings. Meine große Schwester war ja so frei – und wie ich mittlerweile weiß auch gut –, mir ein solches Training mit gestelltem Fahrzeug (1er-BMW) zu Weihnachten zu schenken. Vor ein paar Wochen habe ich mich dann da für den heutigen Termin eingetragen, habe meine Bestätigungen bekommen und alles. Ist alles nicht so interessant.
Ich will viel lieber von dem Training an sich berichten. Um es gleich vorweg zu sagen: Mir hat es sehr gefallen und ich würde schon sagen, dass sich das Geld (90 Euro mit gestelltem und 60 mit eigenem Fahrzeug) absolut gelohnt hat. Und ich muss auch sagen, dass mir das Auto sehr gefallen hat. Aber dazu später mehr…
Machen wir mal ein bisschen Chronologie.
Das Training begann 13.20 Uhr mit einem kleinen Theorieteil. Es gab eine Begrüßung, Namensaufkleber, Namensschildchen für den Tisch und Getränke. Dann wurde im Grunde genommen so ein bisschen Theorie vorbereitend für die praktischen Übungen dann später im Verlaufe des Nachmittages gemacht. Und dieser Theorie-Teil ging noch gar nicht mal lang. Eher im Gegenteil: Ich war ziemlich überrascht, weil ich den theoretischen Part ziemlich entspannt fand. Und weil ich ja weiß, wie schwer ich mich mit neuen Autos tue und so weiter. Dann ging es irgendwann raus zu den Autos und es wurde noch mal gezeigt, wie die Sitze (vollelektronisch (!)) einzustellen sind und wie das Ganze dann gespeichert wird. Zündung muss aktiviert worden sein (Zündschlüssel einmal reindrücken) und dann auf M und dann auf die eins oder die zwei drücken. Und schon is alles toll. Dann wurde noch mal in jedes Auto geschaut, ob denn auch wirklich alles schön eingestellt ist und dann konnte man den Motor anmachen (Knöpfchen drücken). Das hat sich dann irgendwie so ergeben, dass ich zusammen mit dem Thomas ein Auto genommen habe und – schüchtern wie ich bin – durfte er zuerst fahren. Ich musste mich erst mal an das Auto gewöhnen. Auch so von der inneren Umgebung her.
Es ist vielleicht zu sagen, dass die Gruppe aus zehn Leuten bestand, unter denen auch zwei junge Frauen waren. Immer zwei Leute haben ein Auto genommen und pipapo. Wir haben dann im Auto mit der Nummer drei gesessen und sind unseren beiden Instruktoren hinterhergefahren. Also ich hab ja nur im Beifahrersitz gesessen, aber ihr wisst Bescheid.
Dann kamen die ganzen Übungen. Die erste Übung war einfaches Slalomfahren, damit man ein gutes Gefühl dafür bekommt, mit dieser Handhaltung auf neun und drei Uhr auf dem Lenkrad zu fahren. Kommuniziert wurde während des Fahrens über ein Funkgerät, das in jedem Auto saß. Und der Instructor hat halt instruiert, was zu machen ist. Hat allerdings überwiegend für Motivation gesorgt, gelobt und Verbesserungsvorschläge gegeben. Was sollte er auch groß erzählen. Irgendwann kam auch der erste Fahrerwechsel und ich musste mir meinen Sitz erst mal intensiv einstellen ohne dass ich überhaupt richtig im Auto sitzen konnte, denn der Thomas war (und ist es vermutlich immer noch) doch etwas kleiner als ich und hatte demzufolge ganz andere Sitzeinstellungen. Jedenfalls welche, bei denen ich nicht so bequem ins Auto kommen konnte. Sitzposition gespeichert, Tür zu, Knöpfchen für Motor drücken, losfahren. Ja. Da haben sich dann auch meine "regulären" leichten Lenkprobleme gezeigt. Relativ am Anfang dieser ganzen Aktion begab es sich dann auch, dass ich so eine Pylone überfahren und zu allem Überfluss auch noch mitgenommen habe. Über Funk wurde mir dann gesagt, ich solle mal warten und ich dachte, ich solle einfach nur langsamer fahren, was ich dann auch tat. Und der Instructor ist dann mit seinem Funkgerät hinter mir hergelaufen und meinte dann, ich solle doch mal stehen bleiben blahblah. Der Wollte nämlich gern das Hütchen wiederhaben. Das Peinliche an der ganzen Angelegenheit ist ja, dass ich mit Namen angesprochen wurde und es nicht so ist, dass gezielt die einzelnen Wagen, sondern immer alle Wagen angefunkt werden. Aber ist ja auch nicht so schlimm. Ich kannte das Auto nicht, bin noch nie mit einem BMW gefahren und ein bisschen aufgeregt war ich ja schon. Aber irgendwann hab ich mich dann doch mit dem Auto anfreunden können. Und dann durfte ich zur nächsten Übung fahren.
Da ging es dann darum, eine
VollGefahrenbremsung auf nasser Fahrbahn bei ausgeschaltetem
ABS durchzuführen. Am Anfang haben wir das noch bei so 30 Kilometern pro Stunde gemacht. Dann sind wir allerdings relativ rasch schneller geworden. Bis 60 km/h gings dann hoch und wenn man schneller war, war das auch nicht schlimm. Und das alles sind wir im ersten und zweiten Gang gefahren. Sogar ich, nachdem mich mein Beifahrer darauf hingewiesen hat, dass das nix wird, wenn man noch in den dritten Gang hochschaltet. Also hab ich einfach ein bisschen das Motorengeräusch genossen, während ich den ersten Gang bis zur 30 hochgezogen habe. (Mein Fahrschullehrer würde mich für so eine Aktion töten. Für den wars ja schon schlimm, wenn ich schneller als 15 km/h im ersten Gang war. Egal.) Es folgten ein paar weitere Übungen für diese und jene Verdeutlichung und dann durfte das Handschuhfach irgendwann wieder geöffnet werden um das ABS wieder einzuschalten. Ein ekeliges Gefühl sage ich euch! Total unspannend. Aber man kommt halt früher zum Stehen.
Ich muss jetzt mal ein bisschen abkürzen. Ich beschreibe die Hauptübungen einfach und ihr denkt euch dann einfach, dass die Geschwindigkeit ab 40 ungefähr dann schrittweise nach oben gegangen ist.
Nach dem Fahrerwechsel und dem Durchlaufen dieser Übung durch den anderen im Auto bei zuerst ausgeschaltetem und dann wieder eingeschaltetem ABS fuhren wir zur nächsten Übung. Jeweils wurde an den einzelnen Stationen in einer schönen Schlange hintereinander geparkt und dann ist man fein ausgestiegen und hat noch ein bisschen erzählt und erklärt bekommen. Und die vorherige Übung wurde kurz reflektiert.
Bei der nächsten Übung ging es dann darum, einem Hindernis auszuweichen. Ohne zu bremsen. Heißt: Geschwindigkeit beibehalten, Lenkrad um 180 Grad in die eine Richtung reißen und dann nach ziemlich kurzer Zeit wieder in die andere Richtung. Lasst mich das mal eben so auswerten: Thomas hat eine Pylone ziemlich geknickt aussehen lassen, hier und da das Hindernis mitgenommen aber ansonsten hatten wir unseren Spaß. Auch als ich dann ran durfte. Ja. Äh… Wäre das Hindernis ein LKW und die Pylonen auf der anderen Seite Passanten gewesen, dann hätte ich es ein paarmal geschafft, sowohl den LKW wie auch zwei bis drei Leute mitzunehmen. Ungefähr zwei- oder dreimal hats aber auch richtig gut geklappt.
Ein tolles Lob übrigens, das ich über Funk bekommen habe: "Sehr perfekt!" Was hab ich mich scheckig im Auto gelacht. Hihi.
Die nächste Übung war… sehr interessant. Ihr seht ja bestimmt da links oben auf der Karte diesen Kreis… Es ging darum, das Untersteuern von Fahrzeugen zu erfahren und etwas dagegen zu tun. Bei ausgeschaltetem ESP. Oder wie auch immer das bei BMW heißt. Jedenfalls sorgt das ja bei Untersteuerung durch Motorbremsung und Bremsen an einzelnen Rädern für die Korrektur der Fahrspur. Erst immer drei Leute mit dem Instructor ein paar Runden auf nasser Fahrbahn im Kreis fahren. Bei ausgeschaltetem ESP im vierten Gang. Und dabei wurde alles demonstriert und gezeigt, was zu machen ist. Und dann durften immer zwei Autos auch im Kreis fahren. Ungefähr fünf Minuten lang. Beschleunigen, nachlenken, mehr beschleunigen, aus der Kurve getragen werden, etwas dagegen unternehmen. Klingt nicht so schön, fühlt sich interessant an und wenn man es richtig macht isses auch ein toller Erfolg. Okay. Hat dann doch irgendwann genervt, dass ich immer wieder aufgefordert wurde, Abstand zu halten zum Vordermann. Der sollte eine halbe Runde groß sein. Weil der vor mir aber entweder nicht vernünftig beschleunigt hat oder – was ich aber nicht glaube – schon leicht aus der Kurve getragen wurde, kam der nicht voran. Und ich hatte meinen Fuß gar nicht mehr auf dem Gaspedal. Und dann diese Krampfhaltung! Wir sind im Uhrzeigersinn gefahren. Also saß ich so mit ausgestrecktem linken Arm und Bein da, hatte den Oberkörper leicht nach rechts gekippt und habe die ganze Zeit an die rechte Kante der Windschutzscheibegeschaut um zu sehen, wo der Andere fährt. Und dann durfte der Thomas irgendwann das BMW-ESP wieder anmachen und dann noch mal das gleiche. Und irgendwie… Na ja. Es hat sich halt anders angefühlt und irgendwie… langweilig. Und auch als Thomas dann gefahren ist, musste ich feststellen, dass diese Übung auch für den Beifahrer eine widerliche Angelegenheit ist. Da sitzt man ähnlich verkrampft. Nur ohne Lenkrad.
Jetzt mal etwas zum Thema Langweiligkeit angemerkt: Ich muss sagen, dass diese ganzen elektronischen Hilfsmittel ja echt super sind für den Straßenverkehr und dass die da auch ihren Nutzen und Sinn und ihre Daseinsberechtigung haben… Aber wenn ich da auf so einem Übungsgelände fahre und die Fahrbahn schön nass ist und ich in so einem tollen Auto sitze… Dann will ich so was einfach nicht. Das macht keinen Spaß. Ich mag es nicht, wenn das olle ABS an meinem Bremspedal ruckelt. Und ich möchte nicht, dass mein Motor und ein Reifen gebremst wird und ich trotz Beschleunigung nicht vorwärts komme. Und während ich das schreibe, schmunzele ich ein bisschen.
Die letzte Übung des Tages war eine Kombination aus der zweiten und dritten Situation: Nasse Fahrbahn, Hindernis, Ausweichen, Bremsen. Zuerst ohne ABS und dann mit ABS. Und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Ich Horsti habe natürlich beim ersten Anfahren diese Angelegenheit mit ungefähr 60 km/h versucht zu packen und habe die rote Hindernis-Pylone und ein paar blaue Potenzielle-Passanten-Pylonen umgekarrt. Auch schön. Kam aber auch gleich über Funk (und immer noch für alle hörbar) die Ermahnung, dass ich weit über 50 war und ich hab dann zu meinem Beifahrer gesagt, der Mann da draußen soll sich mal nicht so haben, es waren schließlich auch nur 60. Und die Bremsstelle habe ich auch etwas verpasst. Egal. Aber ansonsten lief diese Übung erstaunlich gut bei mir. Na ja. Mit ABS war die Aufgabe dann relativ langweilig. Da kamen die meisten Leute eigentlich knapp neben dem Hindernis zum Stehen.
Und dann war auch irgendwann Feierabend, draußen kalt, Sonne weg und ich hatte (noch von gestern) Muskelkater in den Beinen.
Mal noch eine kleine Anmerkung zu den hübschen BMW Fahrertraining-Autos: Die Pedale! Ah! Was man da für Kraft aufwenden muss! Oi, oi, oi! Vor allem die Kupplung! Aber die ist ja die Hauptsache. Die fällt am meisten auf. Und dann noch diese ganzen schönen Spielereien im Auto… Die Radiosender und die Lautstärke waren über das Lenkrad zu verstellen… Ach, irgendwie fand ich das Auto toll.
Freude am Fahren. Verflucht! JA! Es hat einen verdammten Spaß gemacht, im ersten und zweiten Gang und mit bisweilen quietschenden Rädern dieses Heckantriebauto mit den vielen PS auf 60 Kilometer pro Stunde zu jagen und dann einfach mal geil ne Vollbremsung hinzulegen! Und ich war übrigens – was das Kupplungspedal angeht – ziemlich überrascht, denn als ich dann im Golf saß und fahren wollte, hab ich mit viel Kraft auf der Kupplung gestanden und hab mich enorm gewundert, weil ich mich da ja auch erst mal wieder reinfinden musste. War schon eine krasse Umstellung.
Am Ende haben wir dann alle unsere Autos im Auto-Entenmarsch zurück zur Startposition gefahren und sind noch mal in den Raum für die Theorie gegangen, bekamen eine Urkunde ausgestellt, es gab eine kleine Abschlussrede, Hinweis auf andere Fahrertrainings und die Frage, ob es eventuell Verbesserungsvorschläge gibt (gabs nicht) und ein großes Dankeschön von beiden Instructors. Der "höherrangige" bedankte sich bei uns vor allem dafür, dass alle Autos heil geblieben sind und nur hier und da ein paar Farbspuren von den Pylonen und halt die zu erwartenden Abnutzungserscheinungen als "Schäden" vorhanden wären, aber das ist ja quasi alles mit im Preis drin und auch eingeplant.
Alles super, alles geil. Hatte nen tollen Fahr-Partner, viel Spaß (vor allem und auch im Auto), meine Sympathien für ein (für meine Verhältnisse) viel zu teures Auto (Das Basis-Modell kostet so um die 35.000 Euro und mit Extras kann das dann so bis zu 40.000 oder 45.000 Euro hochgehen.) entdeckt und muss mich noch mal bei meiner Schwester für dieses tolle Weihnachtsgeschenk bedanken, von dem ich zugegebenermaßen anfangs gar nicht mal so viel hielt. Aber ich habe mich immer mehr mit dieser Angelegenheit angefreundet und jetzt das:
Es war geil!Und ich würde es Fahranfängern auf jeden Fall empfehlen. Weil ich zumindest dort noch einige Dinge gelernt habe, von denen ich in der Fahrschule noch überhaupt nichts gehört habe.
Bei weiteren Fragen kann man sich gern an mich wenden!