Wah, gestern war es soweit! Wochenlang hab ich mich gefreut, vor Jahren schon wollte ich mein Ticket kaufen und gestern war es
endlich soweit! Ich war ja schon ein bisschen am Rumgrummeln, weil draußen das Wetter so denkbar beschissen aussah, dass man meinen konnte, es wollte mir die Laune verderben: Blitze, die den Eindruck erweckten, als wären sie direkt im Wohnzimmer! Regen! Blitze! Blitze! Blitze! Und auf einmal war kurzzeitig der Strom weg. Und wir beschlossen, die Blitze einfach auszuperren, machten die Rollläden runter und ich machte mich partybar. Gegen neun fuhr ich Richtung Messestadt Ost los, hatte den Scheibenwischer in immer anderen Intervallen an, komische Stimmung wegen des Wetters und alles. An der U-Bahn-Station Messestadt Ost hat mich noch so ein Typ angelabert, ob irgendwo in der Nähe eine Kneipe wäre. Ähhh…
Messestadt. Was soll da schon großartig los sein? Egal. Blahblah… Dann bin ich mit der U-Bahn zum Sendlinger Tor gefahren, nachdem ich geschaut habe, ab wann die U-Bahnen denn am Samstagmorgen wieder fahren.
Dann bin ich irgendwann am Sendlinger Tor angekommen, musste mal dringend menschlichen Bedürfnissen nachgehen und es war um zehn (Zeit des Einlasses) und ich brauchte irgenwie noch Geld, weil ich zu befürchten hatte, dass ich mit fünf Euro nicht weit kommen würde. Dann bin ich losgezogen und bin an der Registratur vorbeigegangen, wo einige… viele Menschen vor dem großen Tor zum Hof standen und auf Einlass warteten. Nachdem ich eine Weile durch die Stadt gelaufen bin – ich kann ja eigentlich niemandem sagen, dass ich fast bis zum Isartor gerannt bin und auf einmal auf dem Viktualienmarkt stand – habe ich nach dem Weg gefragt, wo es zum Sendlinger Tor ginge, weil auf dem Weg dorthin ja die Registratur liegt. Dann war ich auf einmal wieder in der Blumenstraße und auch die Registratur war schnell wieder ausfindig gemacht und dann betrat ich den Hof und dann standen die ganzen Menschen dort!
Mit ungefähr einer halben Stunde Verspätung wurden dann also die Menschen reingelassen und blahblah. Wenig spektakulär. Abgesehen von der Tussi, die meinte, sie könne mir meine (zerrissene!) Karte nicht zurückgeben, weil sie die alle einsammeln soll. Ich hab das halt so hingenommen und einen Registratur-Stempel auf den rechten Handballen bekommen. Später (sehr viel später sogar) habe ich dann noch eine andere Karte gefunden und einfach eingesteckt. Als Andenken.
Ab Mitternacht spielten Shitdisco und bis dahin legte Ben Mono von Compost Records auf dem Mainfloor auf und in einem kleineren Raum irgendein anderer DJ. Musikalisch gefielen mir beide jedoch nicht so, weil die halt nur so unbekannten Kram aufgelegt haben. Einzige Ausnahme: Ein einziges Lied von Lo-Fi-FNK. Tja. Und irgendwie müssen die Menschen das gerochen haben, dass Shitdisco genau zu dem Zeitpunkt anfangen würden zu spielen, denn auf einmal war der Raum voll und ständig sind Leute an mir vorbeigelaufen und alles war so eng. Die Registratur ist eben doch eher etwas familiärer. Passiert. Die Band war gut und ich war nicht schlecht überrascht, als der Sänger auf einmal meinte, der nächste Song sei für "the Ladies – the Disaster Ladies" und dabei auf einen Platz direkt vor der Bühne verwies. Dass sie so gut befreundet sind hätte ich nicht gedacht. Also Shitdisco und die beiden Mädels von Ladies!Disaster!. Lalala. Beim letzten Lied (I Know Kung Fu) tanzten die dann auch mit auf der Bühne herum und schrien anschließend irgendwas ins Mikrofon, was ich aber nicht gar so gut verstehen konnte.
Nach einer halben Stunde ungefähr war der Spaß dann auch schon vorbei, Beliar brauchte was zu trinken (Wasser!) und Ben Mono spielte wieder irgendwas. In der folgenden halben Stunde wurden die Instrumente von der Bühne geräumt und alles für den nächsten Act vorbereitet. Als ich dann von oben die beiden Bartträger (= MSTRKRFT!) auf der Bühne sah, die sich ein bisschen eingerichtet hatten, begann mein Herz schon schneller zu schlagen. Und dann fingen sie an…
Was sich anschloss waren anderthalb Stunden wildes Getanze. Mit Liedern von Digitalism, MSTRKRFT (natürlich!), Liedern, die MSTRKRFT geremixt haben (Justice und Kylie zum Beispiel) und alles sehr, sehr geil. Boys Noize durften natürlich auch nicht fehlen. Nebenbei haben die beiden Jungs Jack Daniel's aus der Flasche getrunken, geraucht und geschwitzt. Ich tanzte mich von der Seite bis quasi direkt vor MSTRKRFT. Nach anderthalb Stunden brauchte ich dann allerdings doch dringend wieder was zu trinken (Wasser!) und die verbleibende viertel Stunde verbrachte und vertanzte ich dann auf dem Rang und betrachtete die heiße, bewegte Menge (siehe Fotos!).
Und dann kamen die Punks Jump Up, die teilweise mit ihrer Musikauswahl etwas massentauglicher waren und mich am Anfang von der Technik her nicht so wirklich überzeugen konnten. Dreiviertel drei ungefähr fand der Wechsel statt. Und nur bei so ein paar Liedern bin ich dann doch wieder runter gegangen um so richtig fett abzudancen. In erster Linie bei The Cat von Dusty Kid. (Everytime, everyday, anyway – ACID!) Was ich als enorm störend empfand: Das Wegdrehen der Tiefen und Mitten, sodass man nur noch die Höhen hören konnte. Folge: Ein sehr lautes, sehr hohes Igitt, mit dem man Fledermäuse freiwillig hätte tot aus Bäumen und Höhlen in einem Umkreis von einem Kilometer fallen lassen können. Einmal oder zweimal mag das ganz legitim sein. Aber nicht ständig. Und das haben aber die Punks Jump Up gemacht. Und überhaupt ging mir ihre Musik irgendwann ziemlich auf den Keks. Und dann kam Waters Of Nazareth von Justice. Ich beschloss, dass dies mein letzter Tanz würde, wenn danach nicht noch etwas Vernünftiges käme. Und es wurde mein letzter Tanz und dann ging ich zur Garderobe, holte meine Jacke, drückte dem einen Typen von MSTRKRFT kurz die Hand, sagte ihm, dass das ein verdammt geiles Set war und dann war ich weg. Nach ein bisschen Trarah an der Tür mit nem Typen, der vorher irgendwann mal seinen Kopf an mir abgelegt hatte, der gerade ausgesperrt wurde, da er wohl irgendwie negativ auffiel, dessen Jacke nun von einem Türsteher geholt wurde, ging ich raus, wünschte vorher dem anderen Türsteher noch einen schönen Tag und machte mich auf den Heimweg.
Musikalisch bekam man alles Mögliche geboten, vor allem aber das Beste vom Besten, alles, was das Herz begehrt von Kitsuné und Ed Banger.
Alles ganz langweilig. Abgesehen davon, dass ich fast eine dreiviertel Stunde auf die U-Bahn warten musste, weil ich die erste gerade erst verpasst hatte. Also vertrieb ich mir die Zeit mit dem Beobachten von Mäusen und dem Schreiben einer Notiz an meine Schwester und deren Freund wegen der frischen Brötchen, die es nicht geben würde und so weiter und so weiter.
Fazit:Shitdisco: Jedenfalls der Daumen nach oben
MSTRKRT: GEIL, GEIL, GEIL!
Punks Jump Up: Bekommen aufgrund der genannten Abstriche nur ein einfaches Geil