2009-11-25

Besetzungsgedanken nachts in der Tram

Ich genehmige mir an dieser Stelle mal, aus der Tram einen kleinen Blogpost zu verfassen, in dem ich meine momentane Gemütslage ein wenig darlege. Während der Tramfahrer hinter mir irgendwelchen wenig verständlichen Scheiß durch die Gegend brüllt, sitze ich brav auf meinem Platz und warte darauf, dass wir endlich den Stachus verlassen.
Diese ganze Hochschulbesetzungsangelegenheit fängt an, mir auf die Nerven zu gehen und an denselben zu zehren. Damit will ich nicht sagen, dass ich die Besetzung scheiße finde! Ich war von Anfang an in der LMU dabei und habe heute auch echt mitgefiebert, dass bloß dafür gestimmt wird, dass die Besetzung aufrecht erhalten bleibt, aber irgendwie macht es mich unnötig fertig. Ich denke, ich habe das versehentlich zu sehr zugelassen, dass ich mich da (wenn auch recht geringfügig) involvieren ließ und infolgedessen kam ich Tag für Tag recht selten nach Hause, vernachlässigte meinen regulären Stundenplan zumindest ein bisschen und ließ das alles etwas zu nah an mich ran.
Ich neige ja ohnehin dazu, Dinge zu nah an mich ranzulassen und von daher ist es kaum verwunderlich, dass ich cholerische Anfälle bekomme, wennzum x-ten Mal nach einem Video-Stream gefragt wird, obwohl schon am Wochenende beschlossen wurde, dass das Plenum gegen einen Video-Stream ist, sich aber am Wochenbeginn für einen Audio-Stream aussprach. Und das habe ich mitbekommen, obwohl ich mich an besagtem Wochenende in Berlin befand und eigentlich gar nicht so viel mitbekommen konnte.
Alles in allem werde ich nun schauen, meine persönlichen Interessen mit der Besetzung unter einen Hut zu bringen und trotzdem noch zum Studieren und zur Jobsuche zu kommen. Dennn einen Job brauche ich nach wie vor, nachdem mein alter Arbeitgeber ja weggezogen ist. Ich werde schauen, dass ich das jetzt zu einem Hauptziel erkläre, sodass ich spätestens Anfang des nächsten Jahres einen neuen Job und somit ein zwar geringfügiges aber immerhin meine Miete finanzierendes, gesichertes Einkommen habe.
Ein kleines technisches Spielzeug habe ich mir jetzt noch gegönnt, aber fürderhin werde ich etwas kürzer treten. Mit allem. Wird mir vermutlich schwerfallen, aber man hat es ja auch allgemein nicht leicht im Leben.
Vielleicht schaffe ich es ja auch irgendwann, zu meinem alten Leben und zu meinem alten Alltag zurückzukehren, aus dem Bett in meine Seminare zu fallen und dabei einen halbwegs geregelten Schlafrhythmus beizubehalten. Dann kann ich nämlich die Zeit und Energie, die ich jetzt ja auch fürs Besetzen aufbringen kann, in meine immer noch ungeschriebene Seminararbeit stecken, damit ich im vergangenen Semester nicht nur einen Vorlesungsklausurschein und einen Einführungsseminarschein gemacht habe. Dann bekomme ich noch meinen ersten von drei Proseminarscheinen dazu und dann gehts mir gleich bedeutend besser. Wenn ich denn die Seminararbeit schreibe und sie gut schreibe.
Vielleicht wird das alles dann darauf hinauslaufen, dass ich diese Besetzungsgeschichte als ein interessantes und lehrreiches Kapitel in meiner Geschichte verbuche, meine Lehren hinsichtlich Demokratie und Dummheit der Menschen mitnehme und ansonsten halt das nächste Kapitel aufschlage.
Welches das allerdings sein wird kann ich heute noch nicht sagen. Vielleicht ist es Beli als artiger Student oder Beli als Musiker oder Beli der Seeräuber. Diesen Blick in die Zukunft will ich allerdings nicht wagen und von daher lasse ich es einfach sein. Ich denke, ich habe noch ein bisschen Zeit, die mir bleibt bis ich mein „wildes“ Leben aufgeben muss um endlich mal seriös zu werden. Bis dahin mache ich aber was mir gefällt, lasse mir nicht den Mund verbieten und zieh mein eigenes Ding durch bis ich wieder an meine eigenen Grenzen stoße und erkenne, dass es so nicht weitergeht.
Wenn ich auch nicht weiß, was da vor mir liegt, so weiß ich doch, dass ich gespannt sein kann. Mithin gehe ich meinem restlichen Leben mürrisch mit widerwillig geöffneten Armen entgegen und komme gleich an meiner Zielhaltestelle an.
Vielen Dank für diese A4-Seite Aufmerksamkeit.

Kommentare:

sie hat gesagt…

Deine Gedanken ehren Dich, jetzt fehlt nur noch der Wille, sie auch durchzusetzen...
Ich hoffe und glaub an Dich!!!
:-)

sie hat gesagt…

Deine Gedanken ehren Dich, jetzt fehlt nur noch der Wille, sie umzusetzen...
Ich hoffe und glaub an Dich!!!
:-)