2009-10-28

Ankommen

Heute war der große Tag: Der letzte Woche spontan geplante Umzug nahm ziemlich plötzlich sehr klare und von Staubflocken und zahlreichen Pfandflaschen begleitete Realisierungszüge an. Kurzerhand war der Transporter gemietet und alles geplant und so gut wie gemacht. Meine Magen-Darm-Geschichte habe ich übers Wochenende mal eben ausgekacktkuriert und dann bin ich wie ein Wirbelsturm durch mein Zimmer, habe alles blitzeblank (SATIRE!) aufgeräumt und geputzt und auf einmal war alles im Transporter, nachdem wir mehrmals beschlossen, dass wir ja dies und das einfach mit oben drauf packen können.
Jedenfalls habe ich jetzt hier ein Zimmer voller Kisten und mit einem Bett, das nicht mir gehört und einem Schrank, der nicht mir gehört und einer Katja, die nicht mir gehört und bald eh wieder in die große weite Welt reisen wird und so weiter und so weiter. Heute jedenfalls zogen Wun (alias N. P. W. L.) und Katja und ich nach Pizza in großer Runde mit meinem neuen Mitbewohner und dessen Nachhilfeschüler und ein paar Bier noch mal Richtung Innenstadt, wo wir uns in der Peripherie des Glockenbachviertels einen Döner genehmigten (Mein Magen danke.) und das Pimpernel aufsuchten, wo wir noch ein Bier genossen. Dann verabschiedeten wir uns von Wun und fuhren wieder nach Hause.
Werde ich die nächste Zeit nutzen, hier in der neuen Wohnung richtig anzukommen? Ich glaube nicht: Das alte Zimmer muss auf Vordermann gebracht werden, die 500 Euro Studiengebühren sollten irgendwie keine Fehlinvestition werden und am Freitag tiggere ich erst mal in die alte Heimat nach Dessau um mal Hallo zu sagen und zu schauen, ob man mich denn vermisst und man nach mir gefragt hat. Wenn nicht, werde ich nach Berlin weiterreisen und mich in eine bunte Welt voller Party- und Alltagsdrogen stürzen, meinen Körper am Kurfürstendamm gegen ein kleines Taschengeld zur Schau stellen und eventuell mit dem einen oder anderen besser bezahlenden Gönner nach Hause gehen oder ihm auf sein Hotelzimmer folgen. Oder ich treffe einfach ein paar alte Freunde.
Jetzt verlangt allerdings das Bett, das nicht mir gehört, danach, dass ich ihm ein bisschen Liebe, ein bisschen Frieden schenke. Ergo: Gute Nacht.

Beli
P. S.: Mir gehts den Umständen entsprechend gut.

2009-10-17

Budapest – Tag 4

Beli auf dem HeldenplatzDa ist er wieder, der tägliche Bericht der großen Ereignisse meiner/unserer Budapest-Reise. Nun ja, viel passiert ist heute nicht und die großen Ereignisse sind auch ausgefallen. Wir haben unseren letzten Tag vor der Abreise nämlich mal ein bisschen ruhiger angehen lassen.


Nach dem Aufstehen und Duschen verließen wir das Hotelzimmer zum obligatorischen Frühstück, wurden aber (zum Glück!) nicht mehr von dieser ostdeutschen überfrauten Familie unterhalten, da diese bereits gestern abreiste. Dafür war aber seit gestern diese vielleicht finnische Familie da. Die hatte eine Mutter, die vermutlich fast blind war und uns an etwas denken ließ, worüber wir ein wenig schmunzeln konnten. (Wir haben uns also nicht über die körperlichen Unzulänglichkeiten Fremder lustig gemacht!) Alles in allem war das Frühstück eher sättigend als unterhaltend und so sollte es ja auch eigentlich sein.

Nach unserem erneuten kurzen Hotelzimmeraufenthalt zogen wir los, uns erneut in das Abenteuer Bus zu begeben. Ich konnte durch die Innenverkleidung in der rechten oberen Ecke ins Freie schauen. Aber mich kann ja kaum mehr was schockieren. Die Dinger scheinen sich ja bewährt zu haben und so gute sozialistische Wertarbeit hält sich halt auch die 30, 40 Jahre. Heute habe ich vorsichtshalber wieder komplett die Führung und Orientierung übernommen, da wir ja gestern gesehen haben, wohin das führt, wenn das mal meine Schwester übernimmt: zur Großen Synagoge. Und da wir aber zum Heldenplatz wollten, wäre das eher unproduktiv gewesen. Also die Busfahrt, dann in die Klapper-und-Quietsch-Metro, umsteigen, zur Metro 2 laufen und feststellen, dass man an der Metro 3 steht (Die hat übrigens auch eine Haltestelle mit "Lehel", was allerdings wohl eher etwas mit dem Herrn hier zu tun hat…); die Rolltreppe also noch mal hoch, der Ausschilderung etwas genauer folgen und dann zur Metro 2 kommen, die irgendwie ein bisschen merkwürdig ist. Die Linie nimmt sich nämlich aus wie eine zu groß geratene und sowieso viel zu schnelle Trambahn. Dank meiner ausgedehnten Ungarisch-Kenntnisse verstand ich sogar die Ansage und wusste, wann wir raus mussten. Die Ankündigung der nächsten Haltestelle erfolgt übrigens mit einer einleitenden Melodie, die zwar sehr ohrwurmtauglich ist, aber durch die antiken Lautsprecher gar nicht mehr so schön klingt.
Da war er dann also: der Heldenplatz. (Auf dem tagesaktuellen Bild mit einem Touristen vermutlich deutscher Herkunft und außerordentlich unordentlicher Frisur zu betrachten.) Das muss man sich vorstellen wie … na ja … eine Mischung aus Siegessäule und Petersplatz vielleicht. Da ist eine riesige Säule, auf der der allseits bekannte Gabriel steht und dahinter in so einer quasi halbkreisförmigen Anordnung lauter so andere bestimmt sehr wichtige Menschen. Wer sich das ähnlich schwer vorstellen kann wie ich, sollte noch mal da oben auf "Heldenplatz" klicken.

Anschließend machten wir das Stadtwäldchen direkt hinter dem Heldenplatz unsicher und stießen auf ein paar wunderschöne Bauwerke, die meine Schwester ebenso wunderschön recherchiert hat: Vajdahunyad-Burg. Da wurden romanischer, gotischer und barocker und so ein renaissance-istischer Stil nebeneinander gesetzt und mit dem Madagaskar Landwirtschaftsmuseum versehen.
Ein kurzer Spaziergang durch das Wäldchen schloss sich an und man entschied, das am Vortag bereits aus der Ferne bestaunte Parlamentsgebäude aufzusuchen. Nach einem kurzen Blick auf die Karte führte ich uns auch dort ganz problemlos hin. War halt mal nett anzusehen.
Und verrückt ist ja eigentlich, dass man ein so beeindruckendes und hübsches Gebäude einfach durch die Häufung einzelner Bauelemente in unterschiedlichen Größenordnungen erschaffen kann.

Ebenso beeindruckend ist ja auch das Wetter: Das war bis zu diesem Zeitpunkt ziemlich angenehm und stabil: reguläre neun Grad und ein wenig Wind. (Meine Frisur saß.) (Ganz komisch irgendwie.) (Aber sie saß!) Dann begann es ein wenig zu regnen und wir überlegten uns, ob es denn nicht für meine Schwester an unserem letzten Urlaubstag doch mal noch eine Gelegenheit wäre, eine typisch ungarische Süßspeise zu sich zu nehmen. Spontan drängte sich uns wieder das Zentral-Café auf, das sich überraschenderweise zur Mittagszeit als überaus gut gefüllt erwies. Und auch ein anderes Café (Gerbeaud) machte einen sehr beliebten Eindruck. Nach ein bisschen Rumgezicke beschloss ich mit großer Sicherheit und Vehemenz für die gesamte Menschheit, den Rückweg zum Hotel anzutreten. Eine spontane Planänderung ergab sich allerdings, als ich das Café "anna" auftat, weshalb wir zwei uns ein wärmendes Heißgetränk und meine Schwester allein sich ihren Gundel(!)-Palatschinken gönnte, während halt der Rest der Welt zum Hotel zurückkehrte.

Nach dem relativ kurzen Aufenthalt im Café "anna" kehrten wir wirklich zum Hotel zurück, wo uns mal wieder eine neue Rezeptionistin in Empfang nahm, die irgendwie von der "fourteen" ein bisschen überfordert war. Die versuchte zuerst einen Schlüssel aus dem potentiellen vierten Stock zu greifen, musste dann aber feststellen, dass dieser weder auf dem Schlüsselbrett, noch wohl im Haus existierte. Grooooooße Verwirrung! Nachdem ich sie dann langsam zum Schlüssel führte, konnten wir auch endlich unser Zimmer betreten und uns über diese Person totlachen. Okay, eher so halb, denn sonst könnte ich das hier nicht mehr schreiben und sonst hätten wir auch nicht noch mal in das bereits gestern erwähnte Restaurant János gehen können, das heute aufgrund einer privaten Veranstaltung nur noch halb so groß war. In der Hoffnung, wir (meine Schwester) würden noch einen ganzen Haufen unseres Geldes loswerden, versuchten wir uns ausgiebig satt zu essen und konsumierten mehrere Getränke. Den Preis des gestern konsumierten Essens konnten wir trotzdem nicht überbieten. Komische Angelegenheit.
Auf dem Weg zurück in unser Hotel fragten wir uns, ob uns das Hotelpersonal wohl für ein jung verheiratetes Paar (wegen des identischen Nachnamens) halten mag, beschlossen aber, dass es uns recht egal ist.

Und jetzt! Jetzt ist es ungefähr soweit, dass wir unsere Taschen packen, denn morgen gegen halb elf kommt unser Busshuttle, der uns zum Flughafen Budapest-Ferihegy fliegen soll. Aber das wäre ja jetzt eine Prolepse und so etwas vermeidet man für gewöhnlich in Geschichten, die noch nicht komplett durchdacht, geplant und geschrieben sind.

Also packen wir jetzt mal weitestgehend unsere Taschen und wünschen eine gute Nacht.
Morgen kommt dann der vermutlich vorletzte Teil der großen Berichterstattung zu diesem Budapest-Urlaub.

7 geheime Dinge über mich?

Ich danke Flo für dieses das Zuwerfen dieses Quasi-Stöckchens, muss allerdings die Beantwortung wohl ablehnen, da ich ja in meinem Blog und bei Twitter so ungefähr alles sage, was von Interesse und Belang ist. Von daher gibt es keine Geheimnisse, die nicht zu Recht Geheimnisse sind. Vielleicht denke ich da auch zu eng, aber… Ach, ich weiß nicht. Ich hab früher mal im Kinderchor des Anhaltischen Theaters in Dessau gesungen. War sogar bei Aufführungen des Nussknackers beteiligt. Ein Geheimnis würde ich das allerdings nicht nennen. Früher weigerte ich mich, Fahrrad fahren zu lernen. Auch das ist weder sonderlich interessant noch geheimnisvoll. Dass sich meine Auslandserfahrungen auf ein paarmal Tschechien, einmal Schweden, einmal Österreich und jetzt Ungarn beschränken, hatten wir so ähnlich mal in einem Über Beliar. Meine Neigung zu außerordentlich cholerischen Reaktionen und zu einem etwas bedenkenlosen Gebrauch von Medikamenten dürfte man wohl auch schon mitbekommen haben. Um dann doch noch alle sieben zusammenzukratzen: Ich hatte bislang erst zwei feste Beziehungen. Beide gingen aus demselben Grund in die Brüche.

Wer sich sonst noch so Gedanken über seine eigenen menschliche Abgründe machen möchte, darf dies gern tun, ich hätte das aber ganz gern von Hannah und Flipp gesehen…

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Tag und gespanntes Warten auf den nächsten Teil meines Budapest-Berichtes.

2009-10-16

Budapest – Tag 3


Nachdem ich mich kurz belesen habe, wo die Geschichte denn gestern endete, kann ich nun mit den Ereignissen des heutigen Tages und einer Flasche Bier aus der Hotel-Minibar als inspirierendes Mittel fortfahren…


Der Tag begann nach ein paar Stunden Schlaf mit dem Ausschalten des Weckers, bevor dieser überhaupt geklingelt hatte. Allerdings nicht bei mir, denn ohne Wecker wäre ich ja vollkommen aufgeschmissen. Nein, meine Schwester klickte an ihrem Mobiltelefon herum und nachdem ich höflich fragte, was sie denn da mache ("Was machstn du da???") bekam ich Antwort ("Meinen Wecker ausschalten."), was mich annehmen ließ, die Nacht sei vorbei. Deshalb griff ich dann nach meinem Mobiltelefon um auch meinen Wecker auszu… schon fing das Gerät an, meinen Musikmix 2009-09-21 auszuspucken. Ablehnendes Ächzen ließ mich dann nach Erklingen der ersten Töne gegen viertel vor acht annehmen, dass sich meine Schwester unter einem sanften Weckruf und angenehmen Erwachen etwas anderes als die Klänge von Boys Noize und Erol Alkan vorstellte.
Nachdem man sich gesellschaftsfertig gemacht und festgestellt hatte, dass es draußen nicht nass und verregnet war, verließ man guter Dinge das Zimmer wieder in Richtung des angegliederten Restaurants zum Frühstücksbuffet, wo an einem benachbarten Tisch wieder die bereits gestern erwähnte Familie aus dem Osten Deutschlands (meine Schwester ist der Meinung, Brandenburg müsse nicht sein) saß und heute Geschichten über die Krankenhausaufenthalte, Krankheiten und Gebrechen irgendwelcher Menschen aus dem Bekanntenkreis zum Besten gab. Die drei Frauen unterschiedlicher Altersklassen, die am Vortag schon dadurch aufgefallen waren, dass sie ihre eigenen Frühstücksbrötchen mitbrachten, waren wieder anwesend aber ansonsten unspektakulär. Eine allgemeine Planung an unserem Tisch schloss sich ans Essenholen an: Der Burgberg sollte heute erkundet werden. Dabei war ich ja für das Holocaust-Denkmal. Denn Holocaust ist ja immer gut und wird auch aus der Sicht anderer Nationen selten uninteressant. Aber nein, erst mal der Burgberg.
Wie der zu erreichen wäre, durfte ich dann im Anschluss ans Frühstück auf dem Zimmer eruieren und so begaben wir uns schon einige Zeit vor elf Uhr aus dem Hotel in das Abenteuer des örtlichen und öffentlichhen Personennahverkehrs. Sicherheitshalber hielt ich mich mit beiden Händen fest. (Der Bus, mit dem wir heute fuhren, hatte grade erst mal 396000 Kilometer runter, machte aber noch viel eher den Eindruck, bald auseinanderzufallen.) Die Fahrt Richtung Ziel verlief gut bis zum moszkva tér, von dem aus wir mit jeder Buslinie hätten fahren können, die eine 16 enthielt. Der Platz allerdings bietet an ungefähr jeder Seite Bussen die Möglichkeit, abzufahren. So suchten wir erst mal eine Weile und wurden irgendwann fündig, überlegten und diskutierten allerdings noch eine Weile, bis wir uns endlich dazu durchringen konnten, einen Bus (der eine 16 enthielt) zu besteigen und da zu diesem Schloss hochzufahren.
Nach einer erwartungsgemäß rasanten, aber wohl vergleichsweise doch noch relativ milden Fahrt kamen wir dann am Schloss an und haben geschaut und gestaunt und uns fast ein bisschen zu heimisch gefühlt, denn irgendwie kann man nirgends in Europa unterwegs sein ohne auf Deutsche zu treffen. Der Exportweltmeister schafft es eben auch, seine eigenen Leute gut zu exportieren.
Nach dem Schießen einiger Ich-war-hier-Fotos beäugten wir die Sammlung überwiegend außerordentlich depressiver Gemälde, denen es an Farben (so mit bunt und so) fehlte, in der Ungarischen Nationalgalerie. Skulpturen mit kleinen Genitalien in allen Formen und eher weniger Farben gab es da auch zu sehen. Ähm. Ja. Ein paar ziemlich schöne Bilder gab es aber auch. Zum Beispiel die tollste Kreuzigungsdarstellung, die ich jemals gesehen habe. Wenn die jemand sehen möchte, darf er gern hier kommentieren und dann gibts die als Extra-Post. Oder so ein anderes Bild, das was mit Hakenkreuzen und Faschismus zu tun hatte. Meine Schwester verlangte allerdings kurz vor Vollendung der gesamten Kür nach einer Pause und so saßen wir unbeschäftigt im Galeriegebäude auf zwei Stühlen und ich nutzte die Zeit, ein paar Kurzmitteilungen zu schreiben.
Dann kauften wir ein paar Postkarten und wollten eigentlich ein Café suchen, in dem meine Schwester so eine typisch ungarische Kuchenspezialität und ich einen Kaffee zu uns nehmen wollten. Das, was uns am meisten zusagte, war überfüllt und meine Schwester legte eine außerordentlich vehemente Haltung zu Burger King an den Tag. Nach dem Erwerb von sieben Postwertzeichen für Postkarten in einer Postfiliale zogen wir wieder zu diesem moszkva tér und stiegen in die Metro, die uns eigentlich zu dem bereits vorgestern besuchten Zentral-Café leiten sollte, wenn meine Schwester in der Lage wäre, mit so Stadtkarten umzugehen… Nachdem ich mir die nämlich unter den Nagel gerissen hatte, weil sie den Verdacht äußerte, wir seien irgendwie falsch, wusste ich ihr mitzuteilen, dass sie uns in die falsche Richtung geführt hat und ich wies darauf hin, ich wolle nie wieder so Sachen wie in der zurückliegenden Nacht hören. Zu denen schweige ich jetzt aber lieber. War nicht sehr nett.
Wir stellten fest, dass das Café geschlossen hatte und zogen von daher in die von mir sowieso präferierte Kaffeehauskette Coffee Heaven weiter, wo wir unsere zwei (meine Schwester) beziehungsweise fünf (ich) Postkarten mit Adressen, Text und Briefmarken beim Genuss einer heißen (meine Schwester) und einer kalten (ich) Kaffeespezialität versahen.
Anschließend den Heimweg und die Postkastensuche beschließend verließen wir das Lokal und waren so gar nicht hungrig oder bei der Postkastensuche erfolgreich, weshalb ich erst mal die Post mitgenommen habe um sie nach einem kleinen Nachmittagsschläfchen und der Entscheidung, in einem benachbarten Hotel zu Abend zu essen, an der zugehörigen Rezeption abzugeben. Das Essen im János-Restaurant war sehr lecker, die Bedienung multilingual und sehr zuvorkommend.

Wie ich gerade im täglichen Newsletter meiner Schwester an die Familie lese, haben wir wohl auch noch die Fischerbastei besucht, die sich in direkter Nachbarschaft dieses riesigen Schlosses da oben auf dem Berg befindet. Eigentlich recht hübsch anzusehen… Wenn da nicht grad irgendwie so ungefähr alles restauriert wird und dementsprechend alles eingepackt ist. Aber es gab eine tolle Aussicht und man konnte viel gucken. Zum Beispiel dieses Parlamentsgebäude auf der anderen Seite der Donau. Und lauter so andere Sachen, die da so rumstehen.

Das war der heutige Tag, soweit ich mich noch dran erinnern kann und auf dem Bild da oben sieht man … so Sachen vom Burgberg und mich – winterlich verpackt und voller Elan. Mal schauen, was morgen so passiert…

2009-10-15

Budapest – Tag 2


Nachdem ich ein erstes Mal halb sechs erwachte, war jemand anders im Zimmer allerdings noch eher darauf bedacht, noch eine Weile zu schlafen, weil halb sechs ja doch ein bisschen früh war. Und obwohl ich in dem Moment hellwach war, konnte ich mich mit meinem Gewissen darauf einigen, doch noch ein bisschen im vollkommen überheizten Zimmer (wir haben da keinen Einfluss drauf) zu schlafen. Zumindest bis dann viertel vor acht mein Wecker klingelte, dem wir kompromisslos gehorchten: Wir hüpften (– getrennt natürlich –) unter die Dusche und gaben uns ausgiebiger Körperhygiene hin, damit wir das Frühstücksbuffet gereinigt und nach einem Blick aus dem Fenster auch vollkommen desillusioniert aufsuchen konnten. Zu den Männergeschichten diverser Bekannter der Frauen einer vermutlich brandenburgischen, mindestens aber ostdeutschen (das weibliche Kind hieß Patrice) Familie mit irgendwelchem Tanten-Anhang und entschiedenem Frauen-Überschuss genossen wir unser Frühstück ungefähr bis um zehn. Nebenher planten wir unseren Tag zumindest eine Stunde im Voraus: Wir schreiben auf unsere Budapest-Card um elf und gehn noch eine Stunde aufs Zimmer um zu gucken, wo wir hinwollen. Eine wirkliche Entscheidung unser Ziel betreffend konnten wir allerdings erst wirklich fällen, als wir an der Bushaltestelle auf unseren Bus warteten: Die große Synagoge sollte es sein und mit dem kurz darauf ankommenden Bus und meinem wunderbaren Orientierungssinn kamen wir dann irgendwie zu dieser Synagoge, die übrigens die größte in Europa und wohl die zweitgrößte der Welt ist. (Zum Glück ist das keine Seminararbeit. Da muss ich keine Quellen angeben.) Ein netter Mann mit Regenschirm sprach uns an und fragte, ob er helfen könne, woraufhin wir komisch geguckt und irgendwas gefragt haben, woraufhin er uns in zwei Sprachen was über die Preise für den Eintritt zur Synagoge erzählte, woraufhin wir wiederum nicht mehr so komisch guckten und die Entscheidung fällten, eine Führung auf deutsch mitzumachen, die nämlich wenige Minuten später beginnen sollte. Weder zum Gotteshaus noch zur Führung gibt es etwas Besonderes zu sagen. Aber da steht ein interessanter silbern glänzender Metallbaum im "Park" der Synagoge, dessen viele Blätter zahlreiche Namen im zweiten Weltkrieg vermisster Juden tragen. Ergänzend hierzu gibt es noch zahlreiche weitere Namen auf dem Sockel der Baum-Skulptur. Direkt daneben steht ein Denkmal für einen Schweden mit denkbar unschwedischem Vornamen: Raoul Vallenberg – dem ungarischen Pendant unseres Oskar Schindler. Dazu eine Vielzahl von Namen: Vallenbergs Liste, sozusagen.
Im Anschluss an Führung durch und Besichtigung der Synagoge drehten wir noch eine Runde durch das angegliederte Museum, und schauten uns noch ein bisschen das Viertel auf meine Art an: Oh, das sieht interessant aus, da gehts lang! Nach ein bisschen rumlaufen in Kälte und Regen kamen wir auf diese große Straße, die wohl Weltkulturerbe ist und der Oper ein wenig Platz an ihrer Seite einräumt, ansonsten aber eher durchschnittlich ist. Nach ein bisschen Gucken und dem Finden von etwas Glitzerndem an einem Haus, was ich dann erst mal fotografieren musste, meinte meine Schwester, sich irgendwo aufwärmen zu wollen. Die Möglichkeit, die sich zuerst ihr und dann mir in den Kopf zwängte, war das West End: Ein ungefähr riesiges Einkaufszentrum, was im Vergleich zur Alexa in Berlin vermutlich sogar etwas größer, aber auf jeden Fall wesentlich aufgeräumter ist. Irgendwann aßen wir, nachdem ich auf ein Geschäft aufmerksam wurde, weil es echt geile Schuhe im Fenster hatte. Nach dem Essen sollte ich dann auch eine ganze Stange Geld da lassen, denn außer geilen Schuhen gibt es da auch geile Schals und geile Hemden und geile Taschen. Ich habe mich allerdings auf die letzten drei Punkte beschränkt. Nach dem ausgiebigen Einkauf beschlossen wir allerdings, lieber schnell dieses riesige Gebäude zu verlassen, da wir sonst wohl noch in Versuchung kämen, noch mehr zu kaufen. Wir kennen uns da recht gut.
Zurück fuhren wir mit der Metro und mit dem Bus, den wir allerdings erst bestiegen, nachdem ich einen Coffee Heaven ausfindig machte, in den ich fast automatisch lief. Wir stärkten uns mit je einem kleinen Caramel Macchiato und warteten dann auf unseren Bus, der uns sicher zum Hotel brachte.
Von Sicherheit kann man in den Budapester Verkehrsmitteln wohl nicht ausschließlich reden. Der Bus, mit dem wir fuhren (und ich flog sogar teilweise (durch den Bus)) hatte knapp 498000 Kilometer runter. Und das mit dem sanften Bremsen zur größeren Zufriedenheit der Fahrgäste ist wohl auch nur in Deutschland so. Die Fahrtreppen in den Metrostationen sind ähnlich schnell wie die Busse auf den Straßen, wenn sie denn mal freie Fahrt haben. Und da beschwere sich noch mal jemand über Prag!

Und zu guter Letzt seien mal noch die vielen verschiedenen Sirenentöne der Fahrzeuge, die Sirenen zur Verfügung haben, erwähnt, weil die uns nämlich grad auffallen, wie wir hier im Hotelzimmer hocken und den Tag ganz gemütlich ausklingen lassen … Genug erwähnt. Mal schauen, was morgen ansteht. Wir hoffen auf gutes Wetter. Obwohl … Die Hoffnung haben wir schon aufgegeben. Stattdessen hoffen wir eher darauf, dass es einfach mal nicht mehr regnet.

Budapest – Tag 1


Es ist mit zehn nach vier ungefähr viel zu früh am Morgen für einen Beli, der sich gerade einmal eine Stunde zuvor zum Schlafen niedergelegt hat, als der Wecker klingelte, damit ein sehr frühes Frühstück – also wohl ein Sehrfrühstück – zu sich genommen wurde, damit man zur rechten Zeit am rechten Ort zur Abreise nach Budapest sein kann. Fahrt zum Flughafen, Gepäckaufgabe (klingt irgendwie so, als würde man es nie wieder sehen, wenn man es aufgibt …) und geduldiges Warten am Gate der Lufthansa, wo es zwar kein Internet, wohl aber Heißgetränke kostenlos gibt. Nach einem Flug, der erstaunlich schnell vorüber ging und einer etwas wilden Fahrt mit einem Shuttlebus, der uns direkt zum Hotel fuhr, checkten meine (große) Schwester und ich frühzeitig ins Hotel (NICHT auf dem Bild zu sehen) ein. Begrüßt wurden wir mit Temperaturen um die 7 Grad Celsius, die sich bei dem starkböigen Wind doch eher wie mindestens vier grad weniger anfühlten. Später – nachdem wir unsere erste kleinere Erkundungstour durch die Gegend um das Hotel abgeschlossen hatten, bei der ich fast einen Schock erlitten hätte, weil man vergaß, mich auf einen Hund hinzuweisen, der da wo rumlag, wo ich gerade etwas fotografieren wollte – kam dann leichter Nieselregen dazu, der sich im weiteren Verlauf etwas intensivierte. Das war dann, als wir eine ganze Strecke über so eine Brücke und ins Stadtzentrum gelaufen sind, wo wir uns ins Zentralcafé setzten um uns mit einer Gulaschsuppe und einem koffeinhaltigen Heißgetränk ein wenig aufzuwärmen. Da das Wetter wenig einladend war, beschlossen wir, ins Nationalmuseum weiterzuziehen, damit wir ein Dach über dem Kopf und angenehmere Temperaturen hatten. Nachdem ich nach kurzem Warten mit meinem genialen Englisch die enorm langsame Frau an der Kasse an die Wand geredet hatte, ob der Studenten-Rabatt auch für ausländische Studenten gelte, sahen wir uns die ungarische Geschichte von irgendwann ganz früher bis irgendwann neulich an. Dabei kamen uns vor allem unsere ausgedehnten Ungarisch-Kenntnisse zugute, da die wenigsten Beschreibungen in deutscher (erwarteten wir ja eigentlich auch gar nicht) oder englischer Sprache verfasst waren. Nach dem Besichtigen der Ausstellung war ich – warum wohl? – sehr müde und brauchte dringend ins Bett. Deshalb beschlossen wir, bei schönstem Wetter wieder zum Hotel zurückzugehen. Okay, das mit dem Wetter wurde so nichts, aber wir hatten da noch Hoffnungen gehabt. Wir versuchten es mit Humor zu sehen, als wir die ganze Strecke im Regen wieder zurück und bergauf und fortschreitend durchnässend hinter uns brachten.
Anschließend ließ ich mir im Hotel den Schlüssel für das W-LAN geben und wir surften ein wenig im Internet herum, wo auf mich über 13 E-Mails warteten. Ich bin halt wichtig.
Als ich dann meinen kurzen Erholungsschlaf hinter mich gebracht hatte, tigerten wir ins an das Hotel angegliederte Restaurant, wo wir ein leckeres Abendessen (mit fast deutschen Preisen) zu uns nahmen. Dieses Bier … Dréher … Das ist gar nicht mal so schlecht. Ich war doch ein bisschen begeistert. Als wir gesättigt waren, verbrachten wir noch ein bisschen Zeit auf dem Zimmer und legten uns dann zu Bett. Also meine Schwester zumindest, denn ich ging noch meinen hochwichtigen Verpflichtungen im Internetz nach.
Von halb elf bis halb sechs schlief ich dann sehr gut … Der Rest ist Stoff für den nächsten Teil.

2009-10-13

2009-10-13

Attention everyone! I just want to say sorry for a few mistakes I made in this mixtape. I'ts some kind of experimental because I used a controller and a new DJ program.

[DOWNLOAD]
(47:13)
(~43MB)


Hot Chip - Touch Too Much (Fake Blood Remix)
Jackson 5 - ABC (Freemasons Extended Mix)
Deadmau5 vs. Michael Jackson - Ghosts N Smooth Criminals
Goose - Bring It On (Stanton Warriors Remix)
GTRONIC - Slasher
Larry Tee ft. Princess Superstar - Licky (Hervé Goes Low Remix)
Larry Tee - My Penis
Major Lazer - Pon De Floor (Mansion Push Pon it Riddim)
Felix Cartal - Parisienne (Ruben X's Rye Rye Remix)
Sinden & Count of Monte Cristal - Beeper (Fake Blood Remix)
Hercules And Love Affair - Blind (Serge Santiago Version)
Boys Noize - Jeffer

2009-10-12

Notiz CCXC

Alle Brücken abbrechen;
ausbrechen;
abschalten.
Gegebenenfalls neu beginnen.

2009-10-07

Nachts

Es ist viel zu spät in der Nacht. Oder auch viel zu früh am Morgen. Das kann man sich jetzt aussuchen. Jedenfalls ist halb vier eine Zeit, zu der man für gewöhnlich schlafen sollte. Eigentlich habe ich auch schon geschlafen, aber irgendwas hat mich vor knapp anderthalb Stunden aus dem Schlaf gerissen und hielt mich eine Weile wach. Ich nutzte die Gelegenheit, eine Kleinigkeit zu trinken und ein bisschen über Schmerzen zu jammern, legte mich dann aber zeitnah wieder hin, denn Schlaf ist eine sehr gesunde und auch sehr wichtige Sache. Gerade eben bin ich ihm dann noch gefühlt ewig hinterhergerannt und war bemüht, mich nicht zu bewegen, denn momentan tut es mal wieder überall weh. Die wenige Bewegung, die ich mir anlastete, beschränkte sich auf ein gelegentliches Herumwälzen und betont gleichmäßige, tiefe und gründliche Atmung. Was es gebracht hat können wir in diesem Blogpost erkennen: Gar nichts. Ich kann nicht einschlafen obwohl ich müde bin. Da ich in solchen Zeiten allerdings auch in wundervoller Jammerlaune bin, die mich gewissermaßen zu kreativen Höchstleistungen treibt, fühlte ich mich meinem Blog und den bestimmt noch irgendwo vorhandenen Lesern zu einem neuen Beitrag verpflichtet, der ausführlich darüber informiert, dass ich nicht schlafen kann. Bevor ich mich allerdings zu einem großen Themensprung hinreißen lasse, werde ich diesen Beitrag lieber abschließen und einen neuen beginnen, wenn es denn wirklich sein muss. Ich muss mir das allerdings erst mal noch ganz genau überlegen. Das mit dem Schlafen ziehe ich allerdings vorerst nicht in Erwägung.