Ein Meer von Gedanken
Und jetzt haben wir es also tatsächlich geschafft: Semester Nummer drei ist vorbei und die Semesterferien Nummer drei sind da.
Und ich habe mir etwas vorgenommen: Ich werde wieder schreiben. Mich da etwas intensiver drauf konzentrieren, als es bislang der Fall gewesen ist. Zuletzt habe ich mir das ja für Prag vorgenommen und umgesetzt. Dieses Mal allerdings werde ich nicht durch die Gegend reisen um meinen Plan umzusetzen. Nein, ich bleibe in München und werde schreiben wie ich früher auch schon geschrieben habe: In Cafés und in der Öffentlichkeit. Ich denke diesbezüglich an Bibliotheken. Da hat man zumindest etwas mehr Ruhe, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren.
Und um der Ehrlichkeit an dieser Stelle ausreichend Tribut zu zollen: Es juckt mich in den Fingern, dass ich am liebsten gleich mein Heft herauskramen und schreiben möchte. Wer weiß – vielleicht werde ich das tun. Ich entwickelte vor allem in meinem Perzeptionsseminar die Idee zu einem neuerlichen Schreibprojekt, dessen Arbeitstitel ich an dieser Stelle wahrscheinlich aufgrund der hohen Erwartungshaltung verschweige.
Interessanterweise ist mir eine Bekanntschaft in das Ableben meines Schreibprojektes EINZIMMER gekommen, welches bereits Erwähnung im großen Jahresrückblick 2006 (im Abschnitt "Allgemeines") fand, wie ich mit Erschrecken feststellen muss: Ich habe alles noch da, die Pläne grob im Kopf, die Personen wuseln auch herum und würden gern weiter zur Tat schreiten, aber ich hatte das Gefühl, mich in diese Sache verrannt und zu wenig Greifbares zu haben. Jetzt kommt er daher, ich erzähle ihm groß und breit die Idee und mir wird bewusst, dass sie es definitiv nicht wert ist, zu vermodern und unvollendet zu bleiben. Von daher könnte es wohl gut sein, dass ich auch daran weiterarbeiten werde.
Vielleicht kommt aber auch etwas ganz Neues dazu. Etwas, das noch nicht ganz da ist, aber schon in meinem Kopf schlummert. Man hat so viele Ideen. Aber was in unseren Köpfen schlummert, sollte dort vermutlich so lange warten und reifen, bis es einen Status erlangt, der es wert ist, notiert, formuliert, ausgearbeitet zu werden. Ich warte ja immer noch auf die zündende Idee zu meinem monumentalen Meisterwerk, mit dem ich Geschichte schreiben werde.
Heute jedenfalls werde ich sie nicht mehr in Empfang nehmen, denn ich gedenke, ins Bett zu gehen. Wobei Inspiration ja selten auf so etwas Rücksicht nimmt. Ich zeige mich der Inspiration gegenüber geduldig, gebe mich einer Vielzahl von Hoffnungen hin, suche Ablenkung bei Menschen, die mich von anderen Menschen ablenken sollen, erleide eins ums andere Mal einen kleinen Herzinfarkt beim Eintreffen einer neuen E-Mail und weiß nicht so recht, was ich davon halten soll.
Ich lege mich hin, schwimme durch ein Meer von Gedanken und bekomme hier und da einen ins Auge, der brennt; verschlucke dann und wann versehentlich einen; fühle mich unwohl an der Oberfläche, tauche weiter hinab, wo es dunkel und kalt wird, und versuche, einen angenehmen Teil in Küstennähe zu finden. Nur seicht soll es nicht sein. Denn seichte Gedanken führen selten zu etwas und stehen mir nicht.

1 Kommentar:
Glückwunsch zum bestanden Semester ;).
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