2010-02-22

Ein Meer von Gedanken

Haben wir es also mittlerweile tatsächlich geschafft: Semester Nummer drei ist mittlerweile schon seit ein paar Tagen zu Ende, aber ein richtiges Ende fand es für mich erst am vergangenen Freitag: Diese wichtige E-Mail, auf die ich gewartet habe, die mir das Ergebnis meiner letzten zwei Klausuren mitteilte; die mich wissen ließ, dass ich wohl meine beiden Teil-Klausuren in Phonologie und Artikulation bestanden habe. Nach der anderen Mail, in der stand, dass ich auch meine Klausur in Perzeption bestanden habe, die erlösende Nachricht, die mein Semester vollends beendete. Meine Freude darüber war so groß, dass ich spontan ein kleines bisschen vor meinen zukünftigen Mitbewohnern in Tränen ausbrach.

Und jetzt haben wir es also tatsächlich geschafft: Semester Nummer drei ist vorbei und die Semesterferien Nummer drei sind da.

Und ich habe mir etwas vorgenommen: Ich werde wieder schreiben. Mich da etwas intensiver drauf konzentrieren, als es bislang der Fall gewesen ist. Zuletzt habe ich mir das ja für Prag vorgenommen und umgesetzt. Dieses Mal allerdings werde ich nicht durch die Gegend reisen um meinen Plan umzusetzen. Nein, ich bleibe in München und werde schreiben wie ich früher auch schon geschrieben habe: In Cafés und in der Öffentlichkeit. Ich denke diesbezüglich an Bibliotheken. Da hat man zumindest etwas mehr Ruhe, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren.

Und um der Ehrlichkeit an dieser Stelle ausreichend Tribut zu zollen: Es juckt mich in den Fingern, dass ich am liebsten gleich mein Heft herauskramen und schreiben möchte. Wer weiß – vielleicht werde ich das tun. Ich entwickelte vor allem in meinem Perzeptionsseminar die Idee zu einem neuerlichen Schreibprojekt, dessen Arbeitstitel ich an dieser Stelle wahrscheinlich aufgrund der hohen Erwartungshaltung verschweige.
Interessanterweise ist mir eine Bekanntschaft in das Ableben meines Schreibprojektes EINZIMMER gekommen, welches bereits Erwähnung im großen Jahresrückblick 2006 (im Abschnitt "Allgemeines") fand, wie ich mit Erschrecken feststellen muss: Ich habe alles noch da, die Pläne grob im Kopf, die Personen wuseln auch herum und würden gern weiter zur Tat schreiten, aber ich hatte das Gefühl, mich in diese Sache verrannt und zu wenig Greifbares zu haben. Jetzt kommt er daher, ich erzähle ihm groß und breit die Idee und mir wird bewusst, dass sie es definitiv nicht wert ist, zu vermodern und unvollendet zu bleiben. Von daher könnte es wohl gut sein, dass ich auch daran weiterarbeiten werde.

Vielleicht kommt aber auch etwas ganz Neues dazu. Etwas, das noch nicht ganz da ist, aber schon in meinem Kopf schlummert. Man hat so viele Ideen. Aber was in unseren Köpfen schlummert, sollte dort vermutlich so lange warten und reifen, bis es einen Status erlangt, der es wert ist, notiert, formuliert, ausgearbeitet zu werden. Ich warte ja immer noch auf die zündende Idee zu meinem monumentalen Meisterwerk, mit dem ich Geschichte schreiben werde.

Heute jedenfalls werde ich sie nicht mehr in Empfang nehmen, denn ich gedenke, ins Bett zu gehen. Wobei Inspiration ja selten auf so etwas Rücksicht nimmt. Ich zeige mich der Inspiration gegenüber geduldig, gebe mich einer Vielzahl von Hoffnungen hin, suche Ablenkung bei Menschen, die mich von anderen Menschen ablenken sollen, erleide eins ums andere Mal einen kleinen Herzinfarkt beim Eintreffen einer neuen E-Mail und weiß nicht so recht, was ich davon halten soll.
Ich lege mich hin, schwimme durch ein Meer von Gedanken und bekomme hier und da einen ins Auge, der brennt; verschlucke dann und wann versehentlich einen; fühle mich unwohl an der Oberfläche, tauche weiter hinab, wo es dunkel und kalt wird, und versuche, einen angenehmen Teil in Küstennähe zu finden. Nur seicht soll es nicht sein. Denn seichte Gedanken führen selten zu etwas und stehen mir nicht.

2010-02-05

2010-02-05

[DOWNLOAD]
(1:07:13)
(~ 92MB)


Sharooz - Saccharin (SonicC Remix)
Federico Franchi - Electron (Baba Black Edit)
Björk - The Dull Flame of Desire (Modeselektor Remix for Girls) (Baba Black Edit)
Kasper Bjørke - Young Again (Serge Santiago Italo Boot Remix)
Kasper Bjørke - Young Again (WhoMadeWho & Tomboy Blog Remix)
Sidney Samson - Riverside (Peo De Pitte Re-Rub)
Steve Angello - Tivoli (Original Mix)
John Dahlback - Pyramid (Dirty South Remix)
Hard-Fi - I Shall Overcome (Axwell Remix)
Claude VonStroke - The Whistler (The Aston Shuffle Remix)
The Rapture - Whoo! Alright - Yeah...Uh Huh (Simian Mobile Disco Remix)
Robosonic - Kaputt In Hollywood (Santiago & Bushido Remix)
Wolfgang Gartner - Latin Fever
The Knife - Silent Shout (Troy Pierce Barado en Locombia mix)
Minilogue - Jamaica (Dubfire Remix) (Baba Black Edit)
Modeselektor feat. Thom Yorke - The White Flash (Trentemøller Remix)
Kasper Bjørke - Doesn't Matter (The Juan Maclean Remix)
(Röyksopp - Poor Leno (Jakatta Mix))

2010-02-04

InterProMetaAnaTelo

Es ist schon ein bisschen verrückt… Was man zum Abitur und in der Zeit davor nicht so alles gelernt hat, was einem dann beim Lernen im Studium wieder hochkommt. Vollkommen kontextlos. Gerade eben machte ich einen kleinen Spaziergang mit mir und meinen Gedanken um den Block, hörte unter meinen Füßen mal Streukiesel knirschen, mal den gefrorenen Schnee auf gefrorenem Eisgrund. Versehentlich plätscherte es sogar auch mal, denn ich trat in eine Pfütze, was an dieser Stelle nicht weiter von Belang sein soll.

Jedenfalls geht es mir momentan so, dass ich mich erstaunlich gut an so manche Sache aus der Schulzeit erinnern kann, die ich heute in meinem Studium entweder habe über den Haufen werfen dürfen – was vor allem in der Germanistik der Fall ist –, oder aber mittlerweile so entsetzlich uninteressant geworden ist.
Die Zellteilung einfacher Körperzellen erfolgt in viereinhalb Phasen: Die Interphase (die nur halb zählt, weil da eigentlich nicht viel passiert), die Prophase, die Metaphase, die Anaphase und die Telophase. Bei Geschlechtszellen passieren danach noch mal fast alle Phasen. Mit ein bisschen Nachdenken kommt man sogar darauf, was in den einzelnen Phasen passiert. Hat was mit einer Kernmembranauflösung, Verdopplung des Erbgutes, Äquatorialebenen, den Zellpolen, Abschnürungen und so Kram zu tun.
Jedenfalls kann ich dieses Wissen (ebenso wenig wie das Wissen um die weibliche Menstruation und deren hormonelle Hintergründe) weder in der Germanistik noch in der Phonetik anwenden. Und die Phonetik ist es, für die ich gerade so intensiv lerne. Da ist wenigstens noch so ein bisschen Wissen über das Verhalten von Federn mit Massestücken, das mich beim Masse-Feder-Modell unterstützt, aber sonst ist da nicht viel. Ich hätte mich außerdem gefreut, wenn etwas mehr über die Reizweiterleitung hängen geblieben wäre: Aktionspotentiale, Ladungsausgleich, Synapsen, Axone und so weiter.
Eigentlich ist das ganze doch ein bisschen verrückt. Ich könnte weitere Beispiele anfügen: Die Dunkelreaktion bei der Photosynthese, Mykorhizen und lauter so wüstes Zeug. Hilft mir aber auch bei der Quelle-Filter-Theorie nicht weiter.
Und da frag ich mich doch, warum das alles noch in meinem Kopf drin ist und der Stoff, den ich in diesem Semester gelernt habe, als gefährliches Halbwissen herumgeistert. Zahlreiche Folien wollen durchgesehen, verstanden und erklärbar gemacht werden. Im Idealfall natürlich mit eigenen Worten.

Eine Pointe fehlt an dieser Stelle. Von daher sei hier auf das Leben verwiesen: Wie oft hat man schon kopfschüttelnd vor diesem und jenem Sachverhalt gestanden und inständigst auf eine Pointe gehofft? Man kennt das ja: "Das ist doch wohl ein Scherz!" Und oft genug heißt es: "Nein, das ist das Leben." Man bekommt auf einem Silbertablett geliefert: den Sachverhalt, der den Kopf in der Horizontalen in Bewegung geraten lässt, enttäuschte Hoffnungen, keine Pointe. Am besten noch eine Rechnung für das Silbertablett. Dabei hat man schon so viele davon daheim und musste feststellen, dass es nicht wirklich komplett silbern ist. Eine galvanische Zelle wurde genutzt um einen popeligen anderen metallenen Grundstoff zu veredeln.

Was bleibt?
Ein weiteres Ein-bisschen-Silber-Tablett, mit dem man nichts anfangen kann; eine Nacht, die zum Schlafen genutzt werden sollte; ein Haufen Zeug zu lernen; Mitose-Kenntnisse, die zu nichts führen und wirre Gedanken.
Wir danken.

Zigarettendialog (des Tages)

Khadidja: "Rauch lieber Spirits."
Beli: "Wieso? Stirbt man davon schneller?"
Khadidja: "Nicht schneller als von anderen Kippen."
Beli: "Dann seh ich den Vorteil nicht."