2012-06-18

Ein Wochenende irgendwo. In Berlin.

Ich habe es mir mal wieder gegönnt und habe meine süddeutsche Lieblingsstadt verlassen um mir ein bisschen Ruhe und Abwechslung zu gönnen. Das heißt konkret, dass ich meine Eltern im Östen besuche und wenn ich denn schonmal da bin, dann mache ich ja auch üblicherweise einen mehr oder weniger kleinen Abstecher nach Berlin. Ist ja quasi ums Eck. Und wenn ich in Berlin bin, dann mache ich ein bisschen was von dem Kram, den man halt so in Berlin macht und treffe ganz viele tolle Menschen. Alte Bekannte und Freunde, die sich irgendwann mal dazu entschieden haben, München den Rücken zu kehren und das aufregende richtige Großstadtleben zu genießen.
An dieser Stelle will ich allerdings nur einen kleinen Überblick darüber geben, was ich in Berlin so gemacht habe...

Am vergangenen Freitag setzte ich mich bei verhältnismäßig komischem Wetter in den Zug nach Berlin und genoss den Ausblick auf die heruntergekommensten Menschen Bahnhöfe, die Ostdeutschland so zu bieten hat. Glücklicherweise konnte ich im Zug ein wenig dösen und wurde zeitnah im Bahnhof Friedrichstraße von einem Bekannten in Empfang genommen, mit dem ich mir ein bisschen die Zeit vertrieb, bis ich mir ein Auto suchte und zum Jan (@poursuivre) fuhr, der sich dankenswerterweise bereiterklärte, mir einen Schlafplatz für dieses Wochenende anzubieten. Einen Großteil des restlichen Abends verbrachte ich mit Freunden in einer Bar. Irgendwo. Vermutlich oben. Aber ich mit meinem Orientierungssinn war halt irgendwo. Dort wars sogar sehr nett und ich wurde beinahe gezwungen, noch auf eine WG-Party irgendwo in Schöneberg zu gehen. Als ob es in der Bar nicht schon genug zu trinken gegeben hätte. Und eben wegen meines schlechten Orientierungssinnes ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, mit einem Taxi von rechts oben nach links unten zu fahren. Unterwegs habe ich mich intensiv mit dem Taxifahrer über die Unterschiede zwischen München und Berlin und die eventuelle Konkurrenz der "neuen" stationsunabhängigen Carsharing-Anbieter zum Taxifahren unterhalten. Top-Secret-Informationen!
Ehrlich gesagt fängt dieser erste Abend dann auch schon an, ein wenig undeutlich zu werden. Auf der WG-Party wurde irgendwann Feierabend gemacht und dann war es hell draußen und ich saß mit einer Gruppe junger (attraktiver) Menschen an irgendeinem Platz. Kotti. Oder Görli. Ich weiß es nicht mehr genau. Dann war da dieser Bus. Und es gab irgendwas vom Türken, Kirsch-Porter und Salbei zum Frühstück. Morgens zwischen 8 und 9 Uhr. Irgendwann.

Verständlich, dass man dann erstmal ein bisschen ausschlafen muss, bevor man am nächsten Tag/Abend auf das schwul-lesbische Straßenfest in Schöneberg (Und das weiß ich sogar mal genau: Motzstraße!) geht. Und da habe ich mich dann mit dem @MrPelz verabredet, mit dem ich demnächst eine Band gründen werde, in der er Schlagzeug spielt und ich daneben stehe und gut aussehe. Das Cover-Foto für unser erstes Album haben wir jedenfalls schonmal:
Zwischenzeitlich lud mich @poinck zum Kochen und Essen ein. Nach ein paar Unsicherheiten ließ ich mich dann tatsächlich dazu überreden, schwang mich ins nächste DriveNow-Auto und fuhr durch die Stadt. (Über das Autofahren in Berlin möchte ich mich an dieser Stelle lieber nicht auslassen.) Man kochte, unterhielt sich gut und ernsthaft und aß gemeinsam Bratkartoffeln. Vegetarisch. Olé! Brunhilde war auch da. Ein Hund zu Gast bei Freunden. Anschließend fuhr ich wieder zu Jan zurück und wir ließen den Abend gemütlich mit Wein und Gesprächen über Musik und Konzerte ausklingen. Morgens um vier, als es draußen schon wieder dämmerte, gingen wir dann aber auch ins Bett. Wir sind ja schließlich keine zwanzig mehr.

Am nächsten Tag traf ich mich mit einem weiteren Freund, der immer wieder mal in München ist, den ich auch von daher kenne, ansonsten aber in Berlin wohnt, spazierte mit ihm durch den Volkspark Friedrichshain und ging anschließend ebenfalls dort zum Grillen, bevor ich mich erneut mit einer Gruppe attraktiver junger Menschen am Potsdamer Platz traf. Wenn man schon zu einem Deutschland-Spiel während der Fußball-Europameisterschaft in Berlin weilt, dann kann man sich ja auch mal diese Fanmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule anschauen. Man könnte sagen, wir haben uns einen ziemlich zentralen Platz ausgesucht und waren auch gar nicht weit von der LED-Leinwand weg. Dass die deutsche Mannschaft das Spiel 2:1 gegen Dänemark gewonnen hat, ist ja gemeinhin bekannt und soll daher hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden. Wie es da auf der Fanmeile so aussieht, davon kann man sich hier einen kleinen Eindruck verschaffen:
Tja, nach dem Spiel war in Berlin die Hölle los und Jan und ich warteten geduldig ungfähr eine dreiviertel Stunde auf den Bus, der aber so gar nicht kommen wollte. Irgendwann ist man dann trotzdem in Neukölln angekommen und aß einen Döner und trank ein Sterni. Standard.